Resistente Bohnen dank moderner Pflanzenzüchtung

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Eine genetische Auswahlmethode hilft afrikanischen Züchtern Bohnen weiterzuzüchten, die gegen einen Pilz resistent sind. (Bild: Georgina Smith / CIAT)

ETH-Forschende sind massgeblich an einer Methode beteiligt, mit der rasch und gezielt krankheitsresistente Bohnen für verschiedene Weltregionen gezüchtet werden können. Damit tragen sie dazu bei, die Ernährungssicherheit von Selbstversorgern in Ländern in den Tropen zu verbessern.

Für viele Kleinbauern und Selbstversorger in Afrika und in Lateinamerika sind Bohnen eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel. Pflanzenkrankheiten aber schmälern die Ernte vielerorts empfindlich. Insbesondere ein Pilz, der die gefürchtete Angular-Leaf-Spot-Krankheit hervorruft, verursacht Ernteausfälle von bis zu 80 Prozent, vor allem in Afrika, wo Kleinbauern oft keinen Zugang zu Pflanzenschutzmitteln haben und das Wissen fehlt, wie diese anzuwenden sind.

In Zusammenarbeit mit Bodo Raatz und seinem Team am Internationalen Zentrum für tropische Landwirtschaft (CIAT) haben deshalb ETH-Forschende aus der Gruppe von Bruno Studer, Professor für Molekulare Pflanzenzüchtung, nun die natürliche genetische Resistenz der Bohnen gegen die Angular-Leaf-Spot-Krankheit untersucht. Mit ihren Erkenntnissen, lassen sich resistente Bohnensorten rascher und gezielter züchten.

Kern der neuen Methode ist, von Bohnen, die sich potenziell für die Züchtung neuer resistenter Sorten eignen, ein genetisches Profil zu erheben. Dieses Profil gibt im Voraus Auskunft darüber, ob die Nachkommen, die aus der Kreuzung zweier Sorten hervorgehen, gegen verschiedene lokal vorkommende Stämme des krankheitserregenden Pilzes resistent sind. Dank den Erbgutprofilen kann man nun einschätzen, ob die Nachkommen resistent sind.

Das Saatgut, das aus diesem Projekt hervorgeht, wird vom CIAT an verschiedene Partnerorganisationen verteilt, die daraus hervorgehende Sorten an Bauern liefern. Die Analysetechnik zur Bestimmung der genetischen Marker ist relativ einfach und günstig, so dass sie von agrarwissenschaftlichen Programmen der jeweiligen Länder angewendet werden kann.

In einem Nachfolgeprojekt werden Studer und seine Gruppe in Zusammenarbeit mit dem CIAT und mit Unterstützung des World Food Systems Center der ETH Zürich die Zuchtmethode weiterentwickeln.Das neue Projekt einen ganzheitlicheren Ansatz und versucht, möglichst viele Eigenschaften der Pflanzen basierend auf den Erbgutprofilen vorauszusagen.

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Silvie Cuperus

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