Anheizen im Oberstübchen

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Lesen Kinder, wird in ihrem Hirn ein komplexes neuronales Netzwerk aktiviert. (Bild: Jos Schmid)

Kinder lernen spielend lesen. Doch nicht allen fällt es leicht, abstrakte Begriffe mit Sprache und Bedeutung zu verknüpfen. Die Neurobiologin Silvia Brem erforscht, was beim Lesenlernen im Gehirn passiert und wie Kindern mit Leseschwäche geholfen werden kann. Die Assistenzprofessorin für kognitive Neurowissenschaften im Kindes- und Jugendalter will wissen, wie sich die Hirnaktivität von Kindern mit einer Leseschwäche unterscheidet von solchen, die problemlos lesen und schreiben lernen.

Dyslexie, auch Lese- und Rechtschreibstörung genannt, wird frühestens in der zweiten Klasse, manchmal aber oft erst Jahre später erkannt. Die Lese- und Rechtschreib-störung wirkt sich meist auf die Leseflüssigkeit aus, deshalb ist es schwierig, auch noch den Sinn des Textes zu verstehen. Das wirkt sich auf das Wohlbefinden aus: Schülerinnen und Schüler mit Dyslexie können emotionale und psychische, auch psychosomatische Störungen entwickeln. Sie haben es schwer in der Schule und später im Beruf, oft leiden sie ein Leben lang unter ihrer Schwäche. Dabei ist Dyslexie völlig unabhängig von der Intelligenz.

Silvia Brem will mit ihrer Forschungsgruppe besser verstehen, was bei einer Leseschwäche im Gehirn vorgeht, um früh zu erkennen, wenn ein Kind betroffen ist. Dieses soll dann mit Trainings möglichst präzise unterstützt werden. Die Forscher-gruppe zeichnet mit bildgebenden Verfahren auf, wie das Gehirn geschriebene Wörter verarbeitet. Es wird erfasst, wann und wie lange und in welcher Region das Hirn aktiv ist. Brem untersucht den Trainingseffekt eines Spiels "GraphoLearn", welches von einer finnischen Forschergruppe entwickelt wurde, um das Spiel präziser anzupassen. Eine erste Evaluation zeigt erfreuliche Resultate. Bereits nach acht Stunden Training werden Fantasiewörter genauer gelesen.

Für die Studie der Leselern-App werden noch Teilnehmer gesucht. Mitmachen können Kinder mit deutscher Muttersprache ab Ende der 1. bis zur 3. Klasse sowie Kinder in der 5. Klasse. Studieninformation und Anmeldung: www.lexi.uzh.ch

UZH News

 

Silvie Cuperus

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